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Zu Besuch beim Profi: MOTOR CENTER AUSTRIA - Wels​

MOTORENBAU

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Motor Center Austria

Spezifisches Fachwissen trifft auf Motor Reparatur und Motorenbau.

Dieses Mal war CLASSIC PORTAL im Motor Center Austria zu Besuch. Das Unternehmen beschäftigt sich mit Motor Reparatur und befindet sich in Wels, einer Stadt in Oberösterreich, nahe Linz.

Die Firma selbst blickt auf eine 60-jährige Erfahrung im Motorenbau zurück. Seit 2016 wird das Unternehmen von einer Beteiligungsgesellschaft betrieben, in der der heutige Geschäftsführer und Miteigentümer Alexander Riedl die Firma leitet.

Beim Fachsimpeln über das Thema Motorenbau und Motorenaufbereitung stellte sich schnell heraus, dass dies ein sehr komplexes Thema ist.

 

ERSTE SCHRITTE: Beraten,
Zerlegen, Reinigen, Prüfen

Alexander Riedl: „Zuerst versuchen wir vom Kunden möglichst viele Informationen zu erhalten. Was ist Stand der Dinge? Welche Probleme gibt es? Bekannte Ursache? u.s.w.“

Um einen tatsächlichen IST-Stand zu ermitteln, wird ein Motor in der Regel komplett zerlegt. Alle Teile werden nun grundlegend gereinigt, um eventuelle Schäden und Abnützungen am Material feststellen zu können.

Nach der augenscheinlichen Sichtprüfung werden Teile wie Zylinderkopf und Motorgehäuse einem Drucktest unterzogen. Dabei werden die Teile mit 5 Bar unter Druck gesetzt und in einem speziellen Bad völlig eingetaucht. Selbst Haarrisse können so entdeckt werden.

Je nach Ergebnis, werden die weiteren Schritte geplant.

Besuch beim Profi

CLASSIC-PORTAL.com besucht regelmäßig Oldtimer-Spezialisten und präsentiert diese dem zielorientierten Publikum. Möchten auch Sie Ihren Spezialbetrieb zeigen? Kontaktieren Sie uns bitte unter info@classic-portal.com

REPARATUR: Laserschweißen, Materialaufbau, Flammspritzen

Sind Risse im Motorblock oder im Zylinderkopf diagnostiziert, müssen diese in einem speziellen Verfahren – z.B. mit Laser –  geschweißt werden.

Abgenutzte Oberflächen brauchen gegebenenfalls einen Materialaufbau, um sie anschließend wieder auf das Originalmaß zu bringen.

Je nach Ausgangsmaterial stehen dazu verschiedene – teils komplizierte Verfahren – an. Bei manchen Einsätzen greift das Unternehmen auf unterschiedliche Partner im entsprechenden Spezialgebiet zu.

Ausnahmen sind etwa sehr alte Motoren, deren Legierungen sich im Laufe der Jahrzehnte angereichert/verändert haben.

 

"Auch Hauptlagergrundbohrungen, Büchsensitze, Sacklochzylinder oder defekte Aufnahmen für Axiallagerungen stellen für uns kein Problem dar"
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Alexander Riedl
Geschäftsführer

ERSATZTEILE: Ein perfektes Netzwerk ist unverzichtbar

Je nach Bedarf müssen Ersatzteile wie Kolben, Ventile, Buchsen, Lager, etc. beschafft werden.
Keine große Aufgabe, sofern Original-Teile noch lieferbar sind. Ist dies nicht mehr der Fall, wird die Sache schon komplizierter.

Kolben, Ventile, Buchsen, Lager, etc. müssen in einem aufwendigen Verfahren vermessen werden. Es bedarf großer Erfahrung, die Teile richtig zu errechnen und sie mit den weiteren Arbeitsschritten in Einklang zu bringen.

Teilweise müssen sie neu angefertigt werden.
Umtausch ausgeschlossen!

An dieser Stelle können vom MOTOR CENTER AUSTRIA auch Kundenwünsche – wie etwa größerer Hubraum – einbezogen werden.

AUFBAU: Präzision ist alles!

Nachdem alle Bauteile in einem ordnungsgemäßen Zustand vorliegen, geht es an den Wiederaufbau.

Dazu gehören Fräsen, Bohren, Honen, Planen, Polieren, Wuchten, etc. Eine Spezialmaschine für Kurbelwellen, oder eine spezielle Honmaschine für Zylinderlaufflächen sind für einen perfekten Aufbau natürlich unverzichtbar.

Sofern Einstelldaten für Motoren noch verfügbar sind, werden selbstverständlich alle Arbeiten auf diese Maße gearbeitet.

Anders ist das bei Motoren, wo es keinerlei Daten mehr gibt. Hier ist echtes Fachwissen gefragt. Denn ein Neuaufbau funktioniert hier nur Schritt für Schritt.

Selbst neue  Kolben können nicht einfach eingesetzt werden. Dafür müssen die Zylinderlaufflächen auf exaktes Maß gebohrt und gehont werden. MOTOR CENTER AUSTRIA – Ihr Ansprechpartner!

Alexander Riedl zeigt uns seine „heilige Halle“

Unzählige Motorblöcke, Kurbelwellen, Zylinderköpfe, Kolben und Zubehörteile liegen hier in einem vermeintlichen Chaos herum.

Aber Irrtum! Es sind laufende Projekte an denen gearbeitet wird, oder die gerade eine Zwangspause einlegen, weil Ersatzteile bestellt sind, oder gerade neue Lager in einem Spezialunternehmen zur Anfertigung in Auftrag gegeben wurden. Die zahlreichen Hochpräzisionsmaschinen werden von hochqualifizierten Mitarbeitern bedient.

Es ist schon faszinierend, wie hier aus allem was gemacht wird. Betont sei: aus ALLEM.

MOTTO: was es nicht gibt, wird gemacht!

"Bei Oldtimer Motoren ohne vorhandene Messdaten ist auch ein Neuaufbau kein Problem. ALLES kann angefertigt werden. "
Alexander Riedl
Geschäftsführer

MCA unterstützt strukturierT

Hier ein typischer Arbeitsablauf der Reihe nach …

Die Vorbesprechung

Grundsätzlich kann man die Vorgangsweise einer Motorrevision beim Motor Center Austria in zwei Abläufe zusammenfassen:

a) Der Auftraggeber ist selbst vom Fach und weiß was er will. In diesem Fall bringt er in der Regel die einzelnen Teile zum Bearbeiten und gibt auch die geplanten Maßnahmen vor. Diese werden dann kundenspezifisch ausgeführt.

b) Der Auftraggeber übergibt sämtlich Arbeiten dem Motor Center Austria. Er bringt das komplette Triebwerk. Die hauseigenen Spezialisten kümmern sich um alle weiteren Maßnahmen. Dabei werden die einzelnen Schritte und die damit verbundenen Kosten mit dem Kunden laufend abgestimmt. Der Kunde erhält in Folge ein fertiges Triebwerk zurück.

In jedem Fall muss der Auftrag im Vorfeld besprochen werden! Dafür stehen Geschäftsführung und qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung. Eine Kostenschätzung wird erstellt. Tatsächliche Kosten können klarerweise variieren, denn niemand weiß vor dem Zerlegen und Prüfen was wirklich Sache ist.

Zerlegen, Reinigen, Prüfen

Zuerst wird ein Motor in sämtliche Bauteile zerlegt und gereinigt. Die ist die Grundlage für eine genaue Vermessung, sowie eine vorläufige Schadensanalyse nach Sichtprüfung. Z.B.: Schäden durch defekte Zahnriemen, abgerissene Glühstifte, defekte Nockenwellenlagerungen, verschlissene Ventilsitzringe, usw.

Danach wird am Zylinderkopf eine Dichtheitsprüfung gemacht. Dabei wird der Zylinderkopf in einem Bad mit 80° heißem Wasser mit Kühlflüssigkeit getaucht und in die Hohlräume mit ca. 5 Bar Luft gepumpt. Steigen Blasen auf, gibt es Risse im Zylinderkopf. Damit scheidet eine normale Weiterverarbeitung vorerst aus.

Zylinderkopf

Sind Risse festgestellt worden, so müssen diese in einem Partnerunternehmen geschweißt werden. Dabei wird mit Lasertechnik entsprechend Material aufgetragen und verschweißt. Danach werden die Zylinderköpfe wieder im Haus weiterverarbeitet. Fräsen, Planen, Bohren, Schleifen, Honen, Polieren …

Motorblock

Hier werden Zylinderlaufflächen und Dichtflächen des Motors auf modernen Zylinderbohrwerken, Planschleifmaschinen und Honmaschinen bearbeitet. Je nach Art der Beschädigung oder Anforderung, muss auf ein Übermaß gebohrt oder gehont werden. Z.B. für Versuchsmotoren, für den Motorsport oder auch im Oldtimerbereich. Dazu bedarf es dann ggf. neue, angepasste Kolben, die dem neuen Maß entsprechen.

Kolben, Ringe, Pleuel

Auch hier gilt: Sicht- und Messprüfung. Ansonsten neue Teile besorgen, oder im schlimmsten Fall neu anfertigen. Gerade in den Lagerschalen sind Defekte keine Seltenheit, etwa durch Überhitzung aufgrund defekter Lager.

Kurbelwelle

Eine spezielle Kurbelwellenschleifmaschine zum Bearbeiten der Kurbelwelle ist selbstverständlich Pflicht. Hierbei wird die Welle so eingespannt, dass sie jeweils an einem Zapfen bearbeitet werden kann. Sind keine Schäden festzustellen, werden die Zapfen dennoch maschinell geschliffen und poliert. Dafür gibt es eigene Schleif- und Polierscheiben, welche mit einer Radiuslehre an die Zapfen angepasst sind.

Strahlen auf Wunsch

Haben alle Teile die Bearbeitungsmaschinen verlassen, können die sichtbaren Motorteile auf Wunsch in der eigenen Strahlbox mit Keramikpulver gestrahlt werden. Damit wird die Oberfläche mattiert und verdichtet.

Ultraschall und Zusammenbau

Vor dem Zusammenbau werden die beweglichen Teile noch in ein Ultraschallbad getaucht und elektro-chemisch gereinigt. Damit werden alle Risiken von Restverschmutzung ausgeschlossen.

Test am Prüfstand

Am hausinternen Prüfstand wird der fertige Motor dann einem Prüflauf unterzogen –  auf Kundenwunsch auch mit entsprechender Leistungsprüfung. Erst nach einem einwandfreien Ergebnis, wird das Triebwerk dem Kunden übergeben.

Unser Fazit

Ein äußerst kompetenter Betrieb in Sachen Motorrevision oder Neuaufbau. Die Fachleute wissen genauestens was zu tun ist. Das hervorragende Netzwerk zu weiteren Spezialisten in Nischenbereichen – wie etwa der Lageranfertigung – macht dieses Kompetenz-Zentrum zu einem empfehlenswerten Betrieb in der Oldtimerbranche.

Nach der ausführlichen Beratung mit Beispielen in fast allen Abteilungen, sind wir begeistert von der Vielfalt des Unternehmens Motor Center Austria.

Kontakt

MOTOR CENTER AUSTRIA GmbH

A-4600 Wels, Europastraße 5
Geschäftsführer: Alexander Riedl
Telefon: +43 (0) 7242 / 47 161-0
Fax: +43 (0) 7242 / 47 161-20
Email: office@mca.at
Web: www.mca.at

Text und Bild:

Josef Posch/CLASSIC-PORTAL.com




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